Wer nicht mehr geliebt wird und keine Liebe mehr in sich spüren kann, stirbt. Der Entzug von Liebe und Zuneigung macht uns krank, und wer niemanden mehr hat, von dem er geliebt wird, muss im Leben finden, was oder wen er lieben kann. Manchmal ist das ein Haustier oder ein Garten, Musik, Literatur oder Kunst. Die Liebe ist das, was die Menschen am Leben hält.
Das Leben lieben bedeutet vor allem, wertschätzen zu können, was es zu bieten hat, was es uns schenkt in den unterschiedlichen Zeitabschnitten und Lebensphasen. Ich sitze hier und sehe die große Tanne vor meinem Fenster. Sie wiegt sich im Wind, winkt mir zu mit ihren schweren Ästen und Zweigen. Ein Feuer prasselt im kleinen Ofen. Das Leben meint es gut mit mir: Ich habe Menschen, die ich liebe und von denen ich geliebt werde. Es gibt drei Häuser, die ihre Türen für mich offen halten, wo ich willkommen bin, wann immer ich möchte. Mein Leben ist reich an Liebe, an Schönheit.
Und auch wenn mich vieles in der Welt traurig macht, weil Krieg und Gewalt das Schöne zerstören wollen, finde ich doch wieder zu meiner Dankbarkeit und Freude über das was da ist, zurück.
Der Funke, der Leben erhält, ist die Liebe. Sie darf niemals erlöschen, erkalten, ausgehen. Dafür müssen wir sorgen und mit offenen Augen durch die Welt gehen und erkennen, dass wir es sind, die diese Welt lebendig halten können. Unser kleines Feuer der Leidenschaft, der Begeisterung, der Freude und Dankbarkeit kann anstecken und sich ausbreiten.
Wir müssen uns nur jeden Tag neu auf die Suche machen und unserer Liebe Ausdruck verleihen.
Kommentare
Gerade jetzt bewahrheiten sich auch bei mir deine Worte. Wo keine Liebe, kein Mitgefühl und kein Mitdenken mehr ist - stirbt die Welt langsam vor sich hin. Kahl und leer begegnet sie einem jetzt schon oft und zeigt wie schwer es ist, jeden Tag liebevoll demütig zu bleiben...
liebe Grüße Angelface